Beiträge zum Thema “Lyrik

Regalreihen ungelesener Bücher machen mich zornig
auf diese Welt,
die mich nicht in Ruhe lesen lässt.

Ein einzelnes Gedicht, dazwischengeschoben am Nachmittag,
und ich bin dankbar:
wenige Zeilen genügen, um mich zu mir zu bringen.

27.09.2015

Oderbruch, bei Groß Neuendorf

vor dem Blick weicht das Land zurück:
nichts als Gegenwart.
vom Himmel umspannt ein Raum ohne Jenseits:
weite Leere.

hier klammern sich die Gedanken an jeden einzelnen Baum, bevor sie ins Nichts fallen.
Vergangenheit? Zukunft? was heißt das schon, Vogelschwärme über dir.

22.05.2015, Groß Neuendorf

inmitten der Blumen vergisst
das Kind die Welt
und pflückt dir einen Strauß.

23.05.25, Kienitz

der Tag hat seine Grenze in dem Punkt am Horizont, zu dem
du heute noch gelangen könntest. Ein Jenseits existiert nicht.

eine Schwalbe lenkt den Blick auf den Horizont, durchmisst
den Raum, Lebensraum, in dem du existierst.

23.05.2015, Kienitz

die untergehende Sonne legt ihr Licht sanft
auf das Wasser. das
streckt sich aus, gibt sich hin
und vergisst.

als gäbe es jetzt keine Erddrehung, als würde sich
für einen Moment
in der Zeit ein Raum öffnen. als wären Augenblicke,
befreit von Zeit,
nichts anderes als lose verknüpfte Punkte auf einer Kette,
die nicht ist.

jeder für sich
eine Welt.

25.05.2015, Kienitz

24.07.2015

26.05.2015

"Atmen ist Vertrauen ohne Sicht"

Letztlich bleibe ich heute gefangen in der Subjektivität meines Glaubens, und Glauben heißt dann, immer wieder das Offene zu suchen und in der Enge meiner selbst anzukommen, schreibt Christian Lehnert in seinem Essay über Paulus, Korinthische Brocken1. Am Beginn des Gedicht-Zyklus Aufkommender At… weiterlesen