29.09.2012

Der Tod ist ein Trick

es ist sonderbar
wir sind einfach da

an ist da, irgendwann ist man weg. In den Zeitformen der Sprache: man wird sein, man ist, man war. So legt einem die Sprache die Denkform nahe und eben nicht nur in den Mund, die, obwohl scheinbar völlig selbstverständlich, eigentlich völlig absurd ist. Das Unmögliche ist gedacht, mit dem ersten Gedanken.

Oder denkst du nicht auch manchmal an den Tod?

Was ist ist. So einfach ist das. Was nicht ist, ist möglich. Schon möglich. Aber im Grunde bin ich nur, was der Moment von mir will, die Gegenwart. Alles andere: Spekulation, Erinnerung, Projektion, Phantasie. Gedachtes, das mir Wirklichkeit vorspielt. Es sind die Spielarten des Möglichen, in denen ich einen Großteil meiner Gegenwart verbringe.

Gegenwart: da zu sein. Das grammatikalische Präsenz hat seinen Ursprung in der Anwesenheit.

Die Abwesenheit dagegen gibt es nur in Gedanken. Die Lücke, die nicht da zu sein reißt, klafft im Denken auf. Stelle ich mir vor, nicht mehr da zu sein, stelle ich mir meine eigene Abwesenheit vor, ist da nichts als ein schwarzes Loch. Mein Denken verschlingt die Materie, wenn es sich selbst aufhebt. Am Ende verschluckt es sich selbst.

Was ist, ist die Gegenwart. Ich bin, gegenwärtig, da. Die Gegenwart ist blind gegenüber der Zukunft, doch ich weigere mich, blind zu sein. Das Denken kennt die Frage, nach dem, was sein wird. Und die Möglichkeit, nicht mehr da zu sein, beeindruckt das Dasein sichtlich.

Dabei ist es ganz einfach: Ich bin da, solange ich da bin. Irgendwann nicht mehr da zu sein, hat damit im Grunde gar nichts zu tun - weil letzteres ein Zustand ist, der mich schon nichts mehr angeht.

Meine Anwesenheit dagegen ist alles, was ich zu geben habe.


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