Eine Insel finden
"Dichter-Nonne" trifft auf "Polit-Schriftsteller". Wichtiger aber: Bruder und Schwester treffen nach jahrzehntelanger Trennung aufeinander. Was haben sie sich zu sagen? Werden sie einander verstehen?
"Dichter-Nonne" trifft auf "Polit-Schriftsteller". Wichtiger aber: Bruder und Schwester treffen nach jahrzehntelanger Trennung aufeinander. Was haben sie sich zu sagen? Werden sie einander verstehen?
"Für den Hinterbliebenen bestimmt sich die Welt durch Abwesenheit." Protokoll einer Neuvermessung der Welt und Versuch einer Wiederaneignung im Angesicht des lähmenden Nichts.
"Wenn einer dich zwingt, mit ihm eine Meile zu gehen, geh mit ihm zwei."
Das Paradies: in den Büchern von Susanne Niemeyer versteckt es sich irgendwo zwischen Rhabarberbaiser und Butterblumen. Meine Bücher des Jahres 2017 - und wie ich ein Stück des Paradieses fand.
Was bitte hat die benediktinische Regel des "ora et labore" mit der heutigen Arbeits- und Lebenswelt zu tun? Wie sieht die – ja andernorts stark umstrittene – Schnittmenge zwischen christlicher Spiritualität und Zen-Meditation aus? Und was hat das japanische Tee-Ritual zu einem anderen Verhältnis zu Arbeit und Leben beizutragen?
Robert Menasse kann von der EU und den Beamten der Europäischen Kommission nicht nur gut, ja mitreißend, erzählen – "Die Hauptstadt" ist fesselnd, witzig und rasant – ihm gelingt es mit dem zu Recht ausgezeichneten Roman überdies, das Spannungsfeld zwischen europäischer Idee und europäischer Realität in all seiner Dringlichkeit zu beleuchten.
Wirklich geschehen: Ich las vor dem Einschlafen noch eine der Erzählungen von Doris Anselm, es war, glaube ich, "Das Gartenjahr", in der zwei Frauen auf gänzlich unspektakuläre Weise einen Kleingarten bewohnen, bis das Alter, die Zeit, sie einholt. Ich sank in einen wohligen Schlaf, in dem ich die Geschichte weiterträumte, bis ich aufwachte, das offene Buch neben mir, nicht wissend, was ich gelesen und was ich geträumt hatte.
Stephan Lohse unternimmt in seinem Debüt-Roman eine zweifache Zeitreise. Er verlegt die Handlung in die 1970er Jahre. Und er erzählt zu weiten Teilen aus der Perspektive eines 11-Jährigen. Entstanden ist aber weder eine Hommage an das Leben in den 1970ern noch ein klassischer Coming-of-Age-Roman. Lohse erzählt von einem doppelten Zur-Welt-Kommen. Und der Leser erlernt von einem Teenager noch einmal das Sehen.
Es ist eine unglaubliche Geschichte, der ein unvorstellbarer Schmerz zugrunde liegt. Ludovica Fernandes Mano erschießt am Vorabend der angolanischen Revolution in Notwehr einen Mann, den sie auf ihrem Balkon begräbt. Danach mauert sie sich in ihrer Wohnung ein, um die nächsten dreißig Jahre als Gefangene ihrer selbst in der Wohnung zu verbringen, während sich vor ihrem Fenster die Welt rasant verändert. Fast scheint es, als hätte die Welt sie vergessen ...